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Reinigung nach Brandschaden: Die 12 wichtigsten Tipps für den Notfall

Kategorie: Ratgeber | 3.05.2021

Reinigung nach einem Brandschaden in einer Lagerhalle
  1. Welche Ursachen können einen Wohnungsbrand auslösen?
  2. Wie verhalte ich mich nach einem Brandschaden?
  3. Wo finde ich die richtige Reinigungsfirma für die Reinigung nach einem Brand?
  4. Was kostet die Reinigung einer Brandwohnung?
  5. Was gehört alles zur Brandschadenbeseitigung?
  6. Wie entfernt man am besten Ruß in einer Brandwohnung?
  7. Wie wird der Rauchgeruch aus einer Brandwohnung entfernt?
  8. Wie lange dauert die Reinigung einer Brandwohnung?
  9. Gibt es Gesundheitsgefahren durch Schadstoffe nach einem Brand?
  10. Was zahlt die Versicherung nach einem Brand?
  11. Wie werden Wasserschäden getrocknet?
  12. Welche weiteren Sanierungen sind nach einem Brand notwendig?

1. Welche Ursachen können einen Wohnungsbrand auslösen?

Ein Wohnungsbrand kann sehr viele unterschiedliche Ursachen besitzen. In Deutschland zählen elektrische Fehler, menschliches Versagen bzw. Fehlverhalten, Überhitzung, Brandstiftung sowie feuergefährliche Arbeiten zu den fünf häufigsten Ursachen für einen Brandschaden. Unter den fünf häufigsten Brandschadenursachen stellt die Elektrizität die häufigste Ursache dar. 

Ein Elektrobrand kann ziemlich schnell entstehen, sodass es sehr unerwartet eintritt. Dieser kann bspw. Durch überlastete Mehrfachsteckosen, veraltete bzw. defekte Elektrogeräte, Kabelbrand sowie durch Verpuffungen durch den Kamin verursacht werden. Neben der Elektrizität stellt auch menschliches Fehlverhalten eine häufige Ursache dar. Unter anderem zählt das Rauchen in der Wohnung, unbeaufsichtigte Kerzen sowie in der Pfanne brennendes Fett hierzu. Ein Brand durch Überhitzung sollte auch nicht vernachlässigt werden. 

Materialien, wie zum Beispiel Plastik auf einer heißen Herdplatte, können sich durch Hitzeeinwirkung verformen. Wenn sich diese bis zu einer Zündtemperatur erhitzen, entsteht ein sogenannter Zimmerbrand. Brandeinsätze werden aber auch häufig aufgrund von Arbeiten wie zum Beispiel Schweißen, Trennschleifen oder Löten in der Garage oder im Keller herbeigeführt. 

Brandverursachende Tätigkeiten sollten nicht von Laien, sondern lediglich von ausgebildeten Fachpersonal durchgeführt werden. Die Ausbildung befasst sich auch mit dem Thema Brandschutz, worin strenge Vorgaben in der allgemeinen Tätigkeit bekannt sein müssten.

2. Wie verhalte ich mich nach einem Brandschaden?

Nach einem Brand ist es essentiell wichtig die Brandwohnung bzw. das Gebäude keinesfalls zu betreten. Sich darin aufzuhalten ist auch nicht ratsam. Die Ursache hierfür ist, dass nach einem gelöschten Brand immer noch Gase, Dämpfe sowie Ruß, die giftig sind, in der Luft vorhanden sind. Es sollte unbedingt darauf geachtet werden, dass diese nicht eingeatmet werden. 

Falls es notwendig sein sollte, informieren Sie den Vermieter bzw. Hauseigentümer, damit dieser seine Gebäudeversicherung kontaktieren kann. Im Notfall sollte alles Stehen gelassen werden, wenn überhaupt sollten lediglich wichtige Dokumente bzw. Wertsachen aus der Wohnung mitgenommen werden. Dadurch wird die Ausbreitung von Ruß vermieden. Anschließend bedarf es einer gründlichen Reinigung nach Brandschaden.

Informieren Sie anschließend so schnell wie möglich Ihre eigene Hausratsversicherung bzw. Versicherung. Sie können erst nach Freigabe der Feuerwehr bzw. Polizei sich nach einer professionellen Reinigungsfirma nach Brand umschauen, die den Brandschaden reinigen und sanieren kann sowie für die Rußentfernung sorgt.

3. Wo finde ich die richtige Reinigungsfirma für die Reinigung nach einem Brand?

In Branchenverzeichnissen sowie im Internet findet man eine entsprechende Reinigungsfirma zur Entfernung vom Brandgeruch sowie zur Rußentfernung. Von jenen Firmen erhalten Sie dann eine ausführliche Beratung.

4. Was kostet die Reinigung einer Brandwohnung?

Wie hoch die Kosten beim Brandschaden Reinigen bzw. beim Brandschaden Sanieren oder der Brandschadenbeseitigung ausfallen, lässt sich nicht pauschal beantworten. Das liegt daran, dass ein Brandschaden in seinem Ausmaß stark variieren kann. Aus diesem Grund kann der Preis für die Reinigung bzw. Sanierung von einem Hausbrand sehr unterschiedlich ausfallen. 

Zumindest kann der Preis nach einer Besichtigung bzw. einer Beratung grob abgeschätzt bzw. auch ermittelt werden. Einflussfaktoren auf den Preis sind unter anderem auch die Größe der zu reinigenden Fläche sowie der Grad der Verunreinigung durch Löschwasser und Ruß. Des Weiteren üben die zu entsorgenden Möbelstücke auch einen Einfluss auf den Preis aus. 

In der Regel liegen die Kosten zwischen 200 und 3500 EUR. Bei solchen Preisen sollte die Leistung folgendes umfassen:

  • Die Beseitigung von Löschwasser
  • Das trockene Absaugen von Ruß
  • Das Entschutten
  • Das Beseitigen von Rauchgeruch
  • Betonsanierungsmaßnahmen, damit Chloridbelastungen beseitigt werden
  • Den Abbau der Dioxonbelastungen
  • Behandlung sowie Reinigung der Oberflächen
  • Die Überprüfung von Elektrogeräten, wie zum Beispiel Lüftungs- und Klimaanlagen

5. Was gehört alles zur Brandschadenbeseitigung?

Es ist von essentieller Bedeutung, dass die entsprechenden Erstmaßnahmen in der korrekten Reihenfolge nach einem Brand durchgeführt werden. Bevor irgendeine Arbeit aufgenommen werden kann, muss eine Gefährdungsbeurteilung von Strom, Gas sowie Wasser vorgenommen werden. Nach einem Brand wird zuerst zur Brandschadensanierung die Umwelteinfluss stabilisert. 

Dazu gehört unter anderem auch, dass einsturzgefährdete Bereiche abgesichert werden. Außerdem werden grundlegende Maßnahmen eingeleitet, damit die durch den Brand entstandenen Schäden keine Folgeschäden entstehen. Schließlich müssen auch Maßnahmen ergriffen werden, die die Schadstoffe minimieren. 

In der Regel steht die fachgerechte Entschuttung ganz oben auf dem Plan. In diesem Zusammenhang werden auch Brandschutt sowie Ruß entfernt und die Sanierung des Gebäudes begonnen. Außerdem sind nach dem Löschen des Brandes einige verschiedene Stellen vorhanden die feucht sind. Diese Stellen benötigen eine fachgerechte Trocknung. Des Weiteren gehört zur Sanierung des Gebäude auch das Aufräumen. 

Obwohl sich das relativ einfach anhört, kann das nach einem Brand jedoch eine sehr anspruchsvolle Aufgabe darstellen. Evtl. muss auch die Elektronik in dem Gebäude begutachtet werden. Nachdem alles aufgeräumt ist, müssen im Brandbereich die Gegegnstände fachgerecht gereinigt sowie einer Rußentfernung, bei Bedarf einer Luftreinigung sowie einer Geruchsbehandlung unterzogen werden. 

Handelt es sich bei dem vorliegenden Brandschaden um einen Industrie- bzw. Gewerbebetrieb müssen bei der Sanierung auch die Maschinen, Elektronik sowie die Produktionsanlagen berücksichtigt werden.

6. Wie entfernt man am besten Ruß in einer Brandwohnung?

Achtung! Die Rußentfernung nach einem Brand ist mit erheblichen Gesundheitsrisiko verbunden. Das liegt daran, dass Ruß viele Substanzen enthält, die gesundheitsgefährdend sind. Von einer trockenen Rußentfernung, wie zum Beispiel mittels Staubsauger oder Besen, wird stark abgeraten, denn damit besteht die Gefahr, dass dieses sich verteilt und eingeatmet wird. Da Ruß bis in den Putz eindringt und krebserregende Stoffe enthält, gibt es auch Probleme den Ruß mittels Wasser, Reinigungsmitteln und Bürste vollständig zu entfernen.

Nach einem gelöschten Brand ist es essentiell wichtig, dass die gesamte Wohnung bzw. das gesamte haus ausreichend gelüftet wird. Das wird am besten erreicht, in dem man sämtliche Türen sowie Fenster öffnet. Das gilt auch für die Bereiche, die von dem Brand nicht betroffen sind. Der Grund hierfür liegt darin, dass sowohl gefährliche Dämpfe als auch Ruß sich durch das gesamte Haus bzw. die gesamte Wohnung verteilen können. 

Bei der Reinigung müssen bzgl. der Rußentfernung sämtliche Bereiche inklusive Wände, Decken sowohl Gegenstände mit einem speziellen Staubsauger mit 7-fachen Filter sehr gründlich abgesaugt werden. Das gründliche Absaugen wird mindestens dreimal durchgeführt. Die Räumlichkeiten müssen nach jedem erfolgten Arbeitsschritt verlassen werden. Für mindestens eine Stunde dürfen diese nicht mehr betreten werden. Der Grund hierfür ist, dass durch das Absaugen der Ruß aufgewirbelt wird und sich erst wieder setzen muss. 

Sind diese Arbeitsschritte vollständig abgeschlossen, besteht noch die Notwendigkeit, dass im Anschluss alles mit einem antistatischen Tuch abgewischt wird. Auch hier gilt wieder, dass die Räumlichkeiten für mindestens eine Stunde verlassen und nicht betreten werden dürfen. Als letzten Schritt müssen sämtliche wasserbeständigen Gegenstände mit einem nebelfeuchten Tuch gereinigt werden.

Reinigungsprofis für Brandschäden nutzen spezielle Reinigungsmaschinen, die auf einem Vakuumstrahl Verfahren basieren, was umweltfreundlich ist. Mit diesen speziellen Geräten wird Ruß ohne den Einsatz von Chemie und Wasser entfernt. Dabei bleiben auch keine Rückstände nach der Absaugung. Mit diesen speziellen Geräten gelangen keine Schadstoffe nach draußen. 

Die speziellen Maschinen besitzen einen geschlossenen Kreislauf inlusive 7-fachem Filtriersystem, in dem die Schadstoffe aufgefangen werden. Nach dem Arbeitsschritt kann dann eine problemlose sowie umweltgerechte Entsorgung durchgeführt werden. Bei der Nutzung von dieser speziellen Reiniungsmaschine, welche auf dem Vakuumstrahlen basiert, ist das Tragen von Atemschutzmasken oder anderer persönlichen Schutzausrüstung nicht notwendig. 

Mittlerweile arbeiten diese speziellen Reinigungsmaschinen relativ leise und sind leicht zu bedienen. Die Haube, welche bei vielen Geräten aus Stahl besteht, wird einfach auf die zu entrußende Fläche gesetzt und man fährt gleichmäßig über die Oberfläche. Die Haube besitzt in der Regel Sichtfenster, sodass man beobachten kann, wie der Ruß eingesaugt wird.

Brandreinigung Brandherd vorher

Reinigung in einer Lagerhalle nach einem Brandschaden Lagerhalle

In der Lagerhalle eines bekannten Fahrrad.- und E-Rollerverleih ist es zu einem eigentlich kleinen Brand gekommen. Die Schäden durch Rußverschmutzung waren allerdings immens. Neben der Halle mussten auch über 5.000 Roller und an die 2.000 Fahrräder gereinigt werden.

7. Wie wird der Rauchgeruch aus einer Brandwohnung entfernt?

Das erste was nach einem Brand gemacht werden muss, ist gründlich zu lüften. Je nach Bedarf müssen sämtliche in der Wohnung bzw. dem Gebäude vorhandenen Fenster und Türen für mehrere Stunden bzw. Tage geöffnet werden. In dem sämtliche Fenster und Türen, auch die der nicht betroffenen Räumlichkeiten, geöffnet werden, entsteht ein Durchzug. 

Die effizienteste Methode zur Entfernung des Rauchgeruchs stellt die Ozonbehandlung dar. Hierfür gibt es spezielle Geräte. Diese Ozon-Geräte werden sowohl für die Reinigung als auch für die Geruchsneutralisierung der Luft verwendet. Ozon wird zur Neutralisierung von Gerüchen verursacht von Feuer, Bakterien, Rauch, Chemikalien und weiteren Gerüchen aus organischen Quellen eingesetzt. 

Vergleichbar ist die angenehm reine sowie saubere Luft wie mit der Luft nach einem Gewitter. Hierfür werden aktive Sauerstoffmoleküle verwendet. Beim Gewitter wird jedoch kein Geruch neutralisiert.

Des Weiteren kann der Geruch mit alkalischen Reinigungsmitteln, die einen pH-Wert zwischen 9 bis 13 besitzen, bekämpft werden. Reicht die Reinigung mit alkalischem Reinigungsmittel nicht aus, ist eine Geruchssanierung notwendig. Saugfähige sowie poröse Oberflächen werden mit einem speziellen Desinfektionsmittel eingesprüht. Hierzu zählt Putz, Ziegel, Holz sowie Beton. Übrig gebliebene sowie glatte Oberflächen werden mit einem speziellen Mittel behandelt.

Wenn schwer zugängliche bzw. große Räume, welche nicht mit Ruß belastet sind, einer Geruchsneutralisierung unterzogen werden sollen, wird eine Verneblung mit Hilfe von sehr feinen Aerosolen empfohlen. Hierbei können drei unterschiedliche Aerosole zum Einsatz kommen. Oxidierende Aerosole, welche schnell abgebaut werden neutralisieren den Brandgeruch, kommen in Frage. 

Des Weiteren können trockene Aerosole oder auch geruchsmodifizierende Aerosole zum Einsatz kommen. Auch diese Aerosole neutralisieren den Geruch sehr effizient. Dabei wird der Geruch eingekapselt und dieser durch eine reduzierte Luftoxidation zersetzt.

8. Wie lange dauert die Reinigung einer Brandwohnung?

Da ein Brand unterschiedlich starke Schäden verursachen kann, kann hier keine pauschale Angabe erfolgen. Der Umfang des Brandes bestimmt die für die Reinigung benötigte Dauer. Essentiell wichtig für die Antwort auf diese Frage ist, wieviel wurde durch Löschwasser sowie Ruß verschmutzt. So kann bspw. Lediglich ein kleiner Teil der Küche betroffen sein, aber auch das gesamte Erdgeschoss eines Hauses. 

Falls das Feuer unmittelbar nach Ausbruch gelöscht werden konnte, ist die Rußbildung vergleich zu einem Großbrand nicht so großflächig. Nach dem die Aufräumarbeiten durchgeführt wurden und der Schaden durch ein Gutachter festgehalten wurde, wird das Gebäude von einem Bautrockner mehrere Wochen lang getrocknet. Deshalb kann eine ordentliche Sanierung von einem Brandschaden schon gerne mal mehrere Wochen bis zu einigen Monaten dauern. Das hängt essentiell von dem Ausmaß des Brandes sowie der Größe des Objektes ab. 

Bei einem kleineren Küchenbrand kann das in eins bis zwei Wochen schon behandelt worden sein. Das ein Auftrag zu einem Brandschaden von Handwerken gegenüber einer Renovierung bevorzugt wird, ist selbsterklärend. Mitarbeiter, die eine Weiterbildung als Brandsanierer besitzen, gibt es mittlerweile auch nicht wie Sand am Meer.

9. Gibt es Gesundheitsgefahren durch Schadstoffe nach einem Brand?

Es sind durchaus Gefahren bei einem Brandhaus vorhanden, die gesundheitlich nicht ganz unerheblich sind. Es bilden sich bei jedem Brand einige Schadstoffe, die gesundheitsgefährdend sind. In den durch einen Brand entstehenden Gasen bilden sich mehr als 5000 unterschiedliche Stoffe, die für den Menschen schädlich sind. 

Darunter sind bspw. auch Kohlenmonoxid sowie CO2. Ist der Brand gelöscht bleiben trotzdem Gefahren bestehen. Die Stoffe an denen zuvor Ruß gehaftet hat, auch wenn diese ausgewaschen wurden, bleiben trotzdem gefährlich. Diese können Entzündungsreaktionen in den einzelnen Zellen verursachen und besitzen eine giftige Wirkung auf Zellen. Brandgerüche sowie flüchtige bzw. schwerflüchtige Substanzen, die nach einem Brand übrig bleiben stellen ebenfalls eine Gesundheitsgefährdung für die Bewohner der Immobilie dar. 

Welche gesundheitsgefährdende Stoffe vorhanden sind, hängt unter anderem auch von der Brandtemperatur ab. Bei einem Schwelbrand, welches sich durch niedrige Brandtemperaturen zwischen 200 und 300°C kennzeichnet, entstehen bspw. chlorhaltiges Brandgut. Unter anderem zählen hierzu PVC (Kabel, Bodenbeläge, Vinyltapete, Spielzeug sowie Fensterrahmen. Dabei entstehen Substanzen, wie zum Beispiel PCDD/F, welches auch zu den Dioxinen gehört, oder PCB, welches zu den polychlorierten Biphenylenen gehört. Beide Substanzen sind toxisch. 

Bei Bränden bildet sich in der Regel immer krebserzeugende sowie gesundheitsschädigende Substanzen, die zur Gruppe der polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffe, kurz PAK, gehören. Das sind schwerflüchtige Verbindungen, welche sich relativ häufig an Ruß lagern. Des Weiteren Bilden sich mittelflüchtige sowie flüchtige Substanzen. Diese sind für die typischen Gerüche, die in einem Raum, welcher gebrannt hat, verantwortlich.

10. Was zahlt die Versicherung nach einem Brand?

Falls Sie eine Hausratsversicherung besitzen, kommt diese für die Gegenstände im Haus, die durch einen Feuer beschädigt wurden, auf. Die Hausratsversicherung übernimmt sämtliche Kosten an den beweglichen Gegenständen, die sich im Haus während des Brandes befunden haben und beschädigt wurden. Sie erhalten also die Wiederbeschaffungskosten von gleichwertigen Gegenständen oder aber die Reparaturkosten. 

Die Versicherung übernimmt in der Regel auch die Kosten, die für eine Reinigung nach dem Brand verursacht werden. Haben Sie in der Gebäudeversicherung eine Feuerversicherung inklusive, übernimmt diese sämtliche Kosten von Schäden, die durch einen Brand, einem Blitzschlag oder einer Explosion von Elektrogeräten entstanden sind. 

Selbst wenn eine Brandstiftung durch Dritte vermutet wird, übernimmt die Wohngebäudeversicherung sämtliche durch einen Feuerschaden entstandene finanzielle Belastungen des Versicherungsnehmers. Von der Wohngebäudeversicherung werden die Kosten für Schäden durch das Löschwasser, die Kosten für den Feuerwehreinsatz, im Falle einer Unbewohnbarkeit die Hotelkosten sowie die Kosten für Aufräumarbeiten übernommen. Bei grober Fahrlässigkeit allerdings, kann die Versicherung die Kostenübernahme kürzen. 

Man spricht von einer groben Fahrlässigkeit, wenn der gesunde Menschenverstand außer Betrieb gesetzt wird und die erfoderliche Sorgfalt im alltäglichen Leben missachtet wird. Im genauen bedeutet dies, dass potentielle Gefahrenquellen beachtet werden und präventiv abgesichert werden müssen. So sollte beispielsweis kein offenes Feuer, wie zum Beispiel eine Kerze, nicht unbeobachtet gelassen werden. Verlassen Sie das Zimmer, während eine Kerze brennt, zählt das als grobe Fahrlässigkeit. 

Wenn dadurch ein Brand zustande kommt, musst der Fahrlässige einen Teil der Kosten übernehmen. Der unsachgemäße Umgang mit elektronischen Gegenständen sowie dessen mangelnde Sicherung bedeutet ebenfalls, dass man auf einen Teil der Kosten sitzen bleibt.

11. Wie werden Wasserschäden getrocknet?

Sämtliche nassen bzw. durchfeuchteten Materialien müssen nach einem Wasserschaden vollständig und gründlich getrocknet werden. Bei der Nässe von Bauwerken unterscheidet man grundsätzlich in drei Varianten. Decken- und Wandnässe, Bodennässe sowie Hohlraumnässe. Bei der Bodennässe ist in der Regel auch der Estrich betroffen. Es stehen unterschiedliche technische Spezialverfahren zum Trocknen von Böden zur Verfügung. 

Zu den unterschiedlichen Arten gehören unter anderem:

  • Wärme- und Luftzufuhr: Es wird Wärme sowie Luft zum Trocknen eines Wasserschadens eingesetzt.
  • Ventilatoren, Luftdüsen und Bohrungen: Zur Trocknung von Decken und Wänden (eine Ausnahme bilden Hohlblocksteine) kommen Ventilatoren, Trocknungsgeräte sowie Gebläse zum Einsatz.

12. Welche weiteren Sanierungen sind nach einem Brand notwendig?

Damit das Schadensausmaß begrenzt werden kann, reicht das sofortige Ergreifen von Erstmaßnahmen nicht aus. Es gilt es diese in der richtigen Reihenfolge zu ergreifen. Nur durch das Einhalten der richtigen Reihenfolge können unnötige Folgeschäden sowie kostenintensive Umwege bei der Sanierung von Brandschäden verhindert werden.

Daraus folgt die Notwendigkeit der Beauftragung eines professionellen Fachbetriebs zur Sanierung der Schäden, die durch einen Brand verursacht wurden. Es ist empfehlenswert, sich an einen auf Brandschäden spezialisierten Verband, wie zum Beispiel den Handwerkerverband, zu wenden. Für die Wiederherstellung von einem Gebäude muss nach einem Brand bspw. auch ein Malerbetrieb beauftragt werden. 

Von diesem Malerbetrieb werden sämtliche notwendigen Maßnahem, wie zum Beispiel die Entsorgung von Elektrogeräten sowie die Trocknung von Wasserschäden, die durch das Löschwasser entstanden sind, mit den Sanitär- und Elektrobetrieben koordiniert. In Abhängigkeit des Ausmaßes der Schäden wird entschieden, welche Gewerke in die Sanierung des Gebäudes eingebunden werden müssen. 

Außerdem wird entschieden, welche Maßnahmen zur Vorbehandlung notwendig sind, damit ein einwandfreies Resultat erzielt werden kann. Es besteht bspw. auch die Möglichkeit, dass Flächen abgetragen und anschließend wiederhergestellt werden müssen. Es werden bei einer Sanierung des Brandschadens sämtliche Räume, die vom Brand betroffen sind, grundlegend saniert. 

Hierzu gehören verrußte Flächen, die intensiv gereinigt sowie beschädigte Türen, Rohre, Böden, Fliesen, Wände und Elektronik, die repariert, fach- und umweltgerecht oder saniert werden müssen. 



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